L405-B229nein

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Das Solinger Tageblatt vom 30.6.2009
meldet unter der Schlagzeile "A3-Zufahrt: IHK-Chef will Fakten" eine "hochinteressante, zirka zweistündige Diskussion" vor rund 100 Zuhörern im Kreisjugendheim an der Gillicher Straße und ein Versprechen des IHK-Vorsitzenden Friedhel Sträter: Dieser habe gestern Abend den Mitgliedern der Bürgerinitiative L405/B229nein" versprochen, Vorschläge zur baulichen Veränderung zu prüfen, die den Stau an der A3 Auffahrt in Langenfeld auflösen.

Unser Kommentar

von Werner Koch, Bürgerinitiative L405/B229nein

Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren am Abend unserer Podiumsveranstaltung, ein fast volles Haus trotz schwülen Wetters und U21-Europameisterschaft, ein prononcierter Vortrag von Joachim Pütz mit überzeugenden Argumenten, Zahlen, Fakten und dem Fazit: Die L405/B229n ist unzeitgemäß, unökonomisch, verkehrspolitisch unsinnig.

Es wurde gezeigt, dass die Alternativen "Ertüchtigung Bonnerstraße" und "Haus-Gravener-Straße", nicht nur aus ökologischen Gründen zu bevorzugen sind. Joachim Pütz wies nach, dass insbesondere die Variante "Haus-Gravener-Straße" handfeste ökonomische und zeitliche Vorteile für die Wirtschaft und Gewerbetreibende, d.h. also für IHK-Mitglieder, bietet. Dass diese in allen Punkten überlegene Alternative zu signifikant niedrigeren Kosten und deutlich schneller zu realisieren ist, erschließt sich jedem Laien durch einem Blick auf die Landkarte. Diese Variante trägt auch den Interessen der Pendler und Geschäftsreisen Richtung Norden (Oberhausen) und Westen (Düsseldorf) Rechnung.

Dagegen konnte die IHK-Vertreter mit keinem neuen Argument aufwarten, sie verzichteten gänzlich auf Belege oder Quellenangaben für ihre vorgetragene Meinung, die im Groben eine Wiederholung der Argumente der Straßenbefürworter aus den 70'er Jahren darstellt. Auch konnte die Bürgerinitiative, die von der IHK vertretene These, nach der Remscheid und Wuppertal wirtschaftlich von der "besseren" Autobahnanbindung profitieren würden, eindeutig widerlegen. Der Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung Remscheid und Wuppertal zeigt eine wesentliche schlechtere wirtschaftliche Entwicklung und Prognose für die bergischen Nachbarstädte Solingens, trotz besserer Autobahnanbindung.

Zum Schluss gab es dennoch einen Minimalkompromiss: IHK Präsident Sträter sicherte zu, Vorschläge der Bürgerinitiative L405/B229nein zur baulichen Verbesserung der heutigen A3-Auffahrtsituation in Langenfeld zu prüfen und gegebenenfalls mitzutragen.

So weit, so gut. Am nächsten Morgen dann das böse Erwachen bei den Organisatoren der Veranstaltung: Die Berichterstattung in der örtlichen Presse, insbesondere in der Solinger Morgenpost. Keine kritische Bewertung oder Auseinandersetzung mit den vorgetragenen Argumentationen, kein Hinweis auf die profunden Beiträge aus dem Publikum und die Resonanz der Zuhörer. Diese werden sich verwundert die Augen reiben: Waren wir gestern tatsächlich alle bei der selben Veranstaltung?

Das Solinger Tageblatt vom 01.7.2009

Der insgesamt sehr ausführliche Artikel (lesenswert) hat ein paar Argumente der IHK aufgeführt, die widerlegbar bzw. schlicht falsch sind:

Zitat: "Wie die Lösung es Stauproblems aussieht 'kann ich ihnen nicht sagen', bemerkte Sträter am Montagabend bei einer Podiumsdoskussion...Alle Verkehrsexperten gingen davon aus, dass die kombinierte L405/B229n 'die bestmögliche Lösung' sei."

Unser Kommentar: Auszüge aus dem Verkehrsentwicklungsplan der 90er Jahre:
"Die verkehrliche Notwendigkeit der Straße muss in Frage gestellt werden... Damit ist der Weiterbau der Viehbachtalstraße mit den Zielsetzungen der Verkehrsentwicklung in keiner Weise vereinbar."
Im Langenfelder Verkehrsgutachten 2007 wird empfohlen, einen BAB-Anschluss an der Haus Gravener Straße zu bauen. Eine massive Entlastung (Staufreiheit) der heutigen B229 um ca. 15400 Kfz/Tag wäre die Folge.

Die Solinger Morgenpost berichtet am 30.6.2009
unter der Headline "A3-Anschluss: Fronten verhärtet", über die gegensätzlichen Standpunkte von IHK und Bürgerinitiative. Die IHK plädiere für den A3-Anschluß am AK-Langenfeld, um die hohen Kosten und Zeitverluste für die Wirtschaft zu verhindern, die heute aufgrund langer Staus an der bisherigen Auffahrt in Langenfeld entstünden. Die Alternative Haus Gravener Straße halte IHK-Präsident Sträter für nicht durchsetzbar (in Langenfeld) und für nicht finanzierbar, im Gegensatz zum Sprecher der Bürgerinitiative, Joachim Pütz, der diesen Widerstand für überwindbar halte. Weiter habe die Brügerinitiative argumentiert, dass viele Solinger Unternehmen über die geplante A3-Anbindung nicht erreichbar seien. Zudem würden die heutigen Staus auch nur an das Ende des Frankfurter Damms verlagert. Auch dem Argument, die Wirtschaft benötige den Anschluss, habe Pütz, mit Hinweis auf Erhebungen des Landesamtes für Statistik über zurückgehende Beschäftigtenzahlen in Solingen, widersprochen.

Die Solinger Presse schreibt:

15.02.08 Umweltschädlich, unsinnig und viel zu teuer

19.05.07 Vielfältige Abwägung nötig...

19.05.07 Sprachlos in Ohligs...

17.05.07 Grüne fordern Schluss-Strich unter L 405...

16.05.07 1300 Unterschriften gegen die L 405...

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